Jetzt ist’s offiziell: Ich schreibe ein Buch – über Euch!

Liebe Elli, lieber Theo,

letzten Donnerstag war alles anders.

Zum ersten Mal seit 17 Monaten klingelte mich ein Wecker aus dem Schlaf. Während es draußen erst ganz allmählich dämmerte und Ihr noch durch die Tiefen des Schlummerlandes wuseltet, duschte ich in aller Ruhe. Dann kramte ich aus der hintersten Ecke meines Kleiderschrankes eines der Etui-Kleider, das ich sicher zwei Jahre lang nicht trug, putzte meine leicht angestaubten Lieblingspumps, schnappte mir Handtasche und Trenchcoat – und fuhr zum Flughafen.

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Kannte ich kaum noch: Zeitung, Kaffee, eigenes Frühstück. Und nur eine einzige Tasche…

Mit einer Zeitung saß ich am Terminal, links eine weder angesabberte noch vollgeschnodderte Laugenstange, rechts ein nicht umgeschütteter Kaffee – und fühlte mich irgendwie nackt. Ohne Windeln im Gepäck, ohne Trinkflaschen, ohne Reiswaffeln, ohne Feuchttücher, ohne Wechselbodys, ohne Pixibücher und Spielzeugautos. Vor allem aber: ohne Euch!

IHR hattet an diesem Donnerstag Daddy-Day – und ICH flog nach München, um das einzutüten, was ich ja bereits ein paar Mal andeutete. Der Grund für meine wildapplaudiere-Honigkuchenpferd-Einlage kürzlich, jetzt ist er offiziell:  

ICH SCHREIBE EIN BUCH!

Worum geht’s?

Zu sehr darf ich noch nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Aber das hier kann ich sagen: Es geht um Euch! Sozusagen jedenfalls. Genauer: um die Zeit vor Eurer Geburt, um meine Schwangerschaft mit Euch. Um die verdammt-nochmal-emotionalsten-schrecklich-schönsten neun Monate meines Lebens.

 

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Megahappy! Eure Mami am Donnerstag vor dem Münchener Verlagshaus

Und das großartigste: Das Buch wird in Deutschlands größtem Ratgeberverlag erscheinen! Das ist der Verlag mit den zwei schwarzen Buchstaben auf gelben Grund, der Verlag, von dem Euer Papi etwa acht Millionen Kochbücher besitzt (das sind die im untersten Regalfach: die, die Ihr täglich fünf Mal aus-, aber nicht wieder einräumt). Der Verlag, der mich (vor allem nach meiner Jammer-Arie vergangene Woche) aktuell sehr, sehr glücklich macht.

So glücklich, dass ich mich – ehrlich gesagt – etwas bremsen musste, als ich ein paar Stunden nach meiner ausgiebigen Flughafen-Zeitungslektüre im Verlagshaus an diesem Konferenztisch saß. Am liebsten hätte ich kurzerhand ein paar Flik-Flaks durch den lichtdurchfluteten Raum geschlagen und mir dabei meine Freude aus dem Bauch gejodelt. Denn all diese Menschen waren nicht nur sehr, sehr nett, sondern sind auch echte Voll-Profis. Mit ihnen dort zu sitzen und bei Cappuccino den Buchinhalt zu planen, mögliche Titel zu diskutieren und die Meilensteine zu besprechen: all das hat riesigen Spaß gemacht.

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Post von Eurer tollen Oma: sie gratulierte mir mit dieser Karte und diesem Notizheft zum Buchvertrag

Vielleicht aber hatte meine Euphorie auch damit zu tun, dass ich an diesem Tag wieder eingetaucht bin in das Berufsleben, und jetzt plötzlich wieder mitschwimme in diesem tiefen Becken anstatt bloß hinter der Nichtschwimmer-Linie herumzuplanschen. So sehr ich das Leben mit Euch liebe und genieße: Das Arbeiten hat mir gefehlt, das wurde mir durch diese Situation einmal mehr bewusst.

Apropos Arbeit: Mein Plan, im Januar wieder in meinen alten, „echten“ Job zurückzukehren, geht mit diesem Projekt nun nicht ganz auf: Den Wiedereinstieg habe ich auf Frühling verschoben. So kann ich mich erst dem Buch, und dann wieder mit voller Kraft meiner Arbeit als Reporterin widmen.

Zurück am Münchener Flughafen belohnte ich mich mit dem größten Eis des Jahres für den Vertrag, den ich stolz wie ein kleines Mädchen auf sein erstes Zeugnis in meiner Handtasche trug (dort sah ich etwa ungefähr alle zwei Minuten nach, ob er noch da ist). Der Flieger hatte Verspätung, und ich dadurch tatsächlich Zeit, die ZEIT auszulesen. Im Flugzeug schloss ich die Augen – und dachte: Was für ein entspanntes Leben dieses Berufsleben doch sein kann. So viel Ruhe hat eine Mama im Alltag doch niemals.

Natürlich aber war es umso schöner, Euch abends wiederzusehen: Als ich nach Hause kam, wart Ihr bereits im Schlafanzug, und ranntet mir glucksend in die Arme – im Übrigen auf wundersame Weise (oder doch schon das Christkind?) ebenfalls plötzlich wieder topfit.

Ich hoffe sehr, dass das so bleibt: Denn jetzt geht’s rund, in den kommenden drei Monaten werde ich jede freie Minute zum Schreiben nutzen. Auch die nächste: erst wartet Kapitel Nummer 3 auf mich, und in exakt zweieinhalb Stunden Ihr dann in der Kita.

Bis gleich!

Eure Zwillimuddi

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